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Großglockner Hochalpenstraße: UNESCO-Welterbe beantragt

LH Kaiser und LR Benger reichten Dossier in Paris feierlich ein – Entscheidung fällt im Sommer 2018

Der letzte aus Kärnten heraus beeinflussbare Schritt für einen erfolgreichen Ausgang des offiziellen Verfahrens zum UNESCO-Welterbe „Großglockner Hochalpenstraße“ ging am 18. Jänner 2017 in Paris über die Bühne. Landeshauptmann Peter Kaiser und Kulturlandesrat Christian Benger überreichten gemeinsam mit GROHAG-Vorstand Johannes Hörl und dem Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer ein 600 Seiten umfassendes UNESCO-Welterbe-Dossier an Mechthild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris. Die endgültige Entscheidung fällt im Sommer 2018 im Rahmen der UNESCO-Weltkonferenz. Die Aussichtsstraße wäre die einzige weltweit, die dieses Prädikat erlangt hätte.

Kaiser dankte für die Möglichkeit die Kärnten geboten werde, etwas zu präsentieren von dem man die Hoffnung habe, dass es jene Ebene erreichen könne, die andere große Bauwerke dieser Welt bereits erreicht haben. „Es ist eine Faszination, die Chance zu haben, sich darum bewerben zu können, dieselbe geschichtliche Bedeutung zu erlangen, wie ein Eifelturm, eine Freiheitsstatue oder eine Chinesische Mauer. Ich schätze daher das Engagement das in der Vorbereitung erbracht wurde sehr“, betonte der Landeshauptmann. Mit der Großglockner Hochalpenstraße als Verbindung zweier Bundesländer werde auch bewiesen, dass es bereits vor längerer Zeit Symbiosen gegeben habe, die Baukunst, Technik, Tourismus und Lebensraum in sehr eindrucksvoller Weise miteinander verbanden. Knapp eine Million Menschen erkunden allein in der Sommersaison diese Gegend. „Ich denke, dass die Eigenschaften, die die Großglockner Hochalpenstraße gebracht hat, bereits weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Jetzt wünsche ich mir die Chance, diese Baukunst noch mehr Menschen präsentieren zu können“, so Kaiser.

Benger betonte: „Die 80-jährige Großglockner Hochalpenstraße muss Welterbe werden, weil wir die Landschaft, die Streckenführung, die Bauleistung, den höchste Berg Österreichs, all das was die Hochalpenstraße zu etwas Besonderem machen, bewahren und schützen müssen. Deshalb setzen wir alles daran, dass sie Aufnahme als UNESCO Welterbe findet“. 2016 wurde die Hochalpenstraße erstmals in Österreichs Geschichte unter Denkmalschutz gestellt. Somit sei der Startschuss für die Antragstellung auf das UNESCO Welterbe gefallen. „Die Sicherung der Straße, die Erlebbarkeit des Hochgebirges sowie der Betrieb durch die GROHAG schließen einander nicht aus, im Gegenteil. Damit heben wir unsere Hochalpenstraße auf ein neues Niveau. Davon profitiert die gesamte Region der Hohen Tauern. Tourismus und Schutz von Natur und Kultur ergänzen sich perfekt“, sagte Benger. Vor allem würde der internationale Welterbe-Tourismus neue Zielgruppen und Märkte erschließen. Besonders amerikanische und asiatische Gäste könnten mit diesem neuen Prädikat angesprochen werden.

Die Vertreter der Wirtschaft erhoffen sich von der Aufnahme der 48 Kilometer langen Großglockner Hochalpenstraße auch tourismuswirtschaftliches Potenzial. Christian Kresse von der Kärnten Werbung meinte beispielsweise: „Für das Land Kärnten wäre es nach den Pfahlbauten am Keutschacher See die zweite UNESCO-Welterbstätte. Die Erfahrungen zeigen, dass der Welterbe-Tourismus einen sehr positive Imageeffekt hat.“

Für Hörl bildete die Unterzeichnung des Antrages und die persönliche Übergabe des Dossiers den vorläufigen Höhepunkt mehrjähriger Bemühungen. „Mit der Unterschutzstellung der Großglockner Hochalpenstraße durch das Bundesdenkmalamt wurde die historische Bedeutung der Straße national gewürdigt.“ Der Schritt zum UNESCO-Welterbe würde nun auch weltweites Ansehen verleihen.
Peter Rupitsch, Vorsitzender des Direktoriums des Nationalparks Hohe Tauern verwies auf die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten. Anrainerbürgermeister Sepp Schachner aus Heiligenblut am Großglockner versicherte: „Die Nominierung betrachten wir als große Wertschätzung.“ Uwe Penker, Geschäftsführer der Hohen Tauern Nationalpark-Region Kärnten, erhofft sich vom UNESCO-Welterbe eine Stärkung des Bewusstseins in der Bevölkerung. Er betonte: „Es ist wichtig, dass die Menschheit Zugang zum Erbe hat und sich damit beschäftigen kann."

 

Klagenfurt (LPD)