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 Die Farben des Südens

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Hubert Koller (50) aus Seeboden ist der neue Landesvorsitzende der Hoteliersvereinigung in Kärnten. Sein Hotel am Millstätter See ist ein touristischer Vorzeigebetrieb.

"Ich bin“, sagt Hubert Koller, „ins Hotel geboren worden.“ Als der Chef von „Kollers Hotel“ vor 50 Jahren das Licht der Welt erblickte, war der Familienbetrieb am Millstätter See, als „Villa Marienheim“ gegründet, noch eine Adresse für Sommerfrischler. 1993 stieg Koller junior, nach Abschluss der Hotelfachschule in Villach und Lehrjahren in der Schweiz, in den elterlichen Betrieb ein, seit 1994 führt er ihn als Geschäftsführer. Aus der Villa wurde „Kollers Hotel“, ein Vier-Sterne-Superior-Betrieb, der von April bis November und Weihnachten bis März offen hält. Dass er das Haus übernehmen sollte, war für die Eltern „von Anfang an“ klar, die drei älteren Schwestern gingen andere Wege. Das Haus führt er mit seiner Frau Verena.

Seit Jänner leitet Koller zudem die Geschäfte der Hoteliersvereinigung (ÖHV) in Kärnten. Noch arbeite er sich ein, sagt der Seebodener, doch in wesentlichen touristischen Themen kann er mit seinem Betrieb als Vorbild dienen. Etwa bei Mitarbeitern: Bis zu 60 sind im Sommer im 62-Zimmer-Hotel beschäftigt. Den vielbeklagten „Personalmangel“ bekämpft er an der Wurzel: „Wir bilden neun Lehrlinge aus.“ Spaß an der Arbeit sei ihm wichtig, und das in einem „Arbeitsumfeld in Urlaubslaune.“ Je kürzer eine Saison, desto eher gebe es Probleme, gute Leute zu finden. „Wir aber sind eine große Familie.“

Imagewandel

Wichtig ist ihm der Wandel des Images von Tourismusberufen. Es werde wohl eine Generation dauern, bis die Arbeit den gebührenden Stellenwert gefunden habe. Wie es geht, zeige der Kochberuf. „Seit die Jungen die neuen Kochstars sehen, wollen wieder mehr den Beruf erlernen.“

Zu lernen habe der Kärntner Tourismus in Sachen Internationalisierung. Da unterstützt Koller Bestrebungen, den Klagenfurter Flughafen mit neuen Charterangeboten aufzuwerten. Das sei eher für den Wörthersee-Raum attraktiv: „Vom Seeboden braucht man 20 Minuten länger nach Salzburg – mit mehr Anbindungen.“ Aber vor allem Hotelketten Fluggäste sprechen an.

"Ich lasse mich nicht treiben"

Ein Hotel neu positionieren, zu investieren und weiterentwickeln – das lebt Koller in seinem schmucken Betrieb der Branche authentisch vor. „Die Bemühungen zahlen sich aus“, sagt er. Ob er bei seinen Kindern Sophia (15) und Johannes (13) schon den Nachfolger in spe erkoren hat? Koller lacht: „Nein, die sollen ihre Ausbildung machen. Ich versuche mich in der Frage neutral zu verhalten.“

Wie lange er seine Aufgabe als „oberster Hotelier“ des Landes ausüben werde, sei ungewiss, sagt Koller. Dem Zwang, stets erreichbar sein zu müssen, wolle er weiterhin widersagen: „Ich lasse mich nicht treiben. Die Kinder lachen, wenn sie mein Handy sehen und dort steht: ,Anruf in Abwesenheit vor zwei Tagen.’“

 

Von Uwe Sommersguter | 09. Jänner 2018 | Kleine Zeitung