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 Die Farben des Südens

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Der Hygge-Trend

Je hektischer der Alltag, desto größer unser Bedürfnis nach Formen des Rückzugs. Der Hygge-Lebensstil ist Ausdruck einer neuen, sozialen Form von Geborgenheit.

Das Bedürfnis nach einer Form des Rückzugs ist ein fundamentaler humaner Instinkt. Wie wir unser Heim empfinden, und wo wir uns heimisch fühlen, definiert unser mentales und physisches Wohlbefinden ebenso wie unser Gefühl fü den Zustand der Gesellschaft. „Cocooning“ war einer der wichtigsten sozialen Trends der 1990er-Jahre. Er repräsentierte ein regressives, isolierendes Verhalten als Reaktion auf eine hyperindividualistische Gesellschaft – in einer Zeit, die im Gedächtnis bleiben wird für ihren Wirtschaftsboom, den Aufstieg der Yuppies und den Beginn des Promi-Kultes.

HyggeFaktorren

 

Die Drift unseres heutigen Jahrzehnts in Richtung einer neuen „Wir-Kultur“ hat jetzt eine sozialere und weichere Form des Cocoonings hervorgebracht, die sich aus der Sehnsucht nach einer kooperativeren Gesellschaft speist – einem Bedürfnis nach Konnektivität und Kommunikation ebenso wie nach Privatheit und Sicherheit.

Der Begriff, den uns die dänische Sprache (über den Umweg des Norwegischen) dafür geschenkt hat, lautet „Hygge“ (gesprochen etwa: „Hügge“).

Das Wort definiert einen neuen Weg des Wohllebens im 21. Jahrhundert. Im Unterschied zu Cocooning ist Hygge nicht individualistisch, sondern setzt an Kommunikationsbedürfnissen und der Sehnsucht nach Komfort, Gehaltenwerden, Gebundensein und Geborgenheit an. In Differenz zur Wellness geht es nicht nur um (Selbst-)Verwöhnung und passive Entspannung, sondern um aktives Gestalten unseres unmittelbaren Lebensumfeldes. Hygge handelt von sozialer, aber auch ästhetischer Wärme.

Anders als Cocooning ist Hygge nicht individualistisch: Es geht um soziale und ästhetische Wärme

 

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Ein gekürzter Auszug aus dem Zukunftsreport 2017.
Von Oona Horx-Strathern
Quelle: zukunftsinstitut.de