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 Die Farben des Südens

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So aktuell wie vor 600 Jahren

Wissenschaft und Humanismus statt Religion, der Mensch als „Schöpfer seiner selbst“: Dafür steht die Renaissance, die vor rund 600 Jahren begonnen hat. Im Rückblick zeigt sich: Ihre zentralen Werte sind heute so aktuell wie damals.

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Der in Münster lehrende Philosoph Thomas Leinkauf hat kürzlich eine zweibändige, beinahe zweitausend Seiten umfassende Studie „Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350-1600)“ vorgelegt, in der er die unterschiedlichen philosophischen Konzeptionen dieser Epoche präsentiert.

In ihrem Zentrum steht der Mensch, der sein Leben entwirft und dafür verantwortlich ist. Der Mensch hat die Möglichkeit, seine Existenz selbst zu gestalten. Er zeichnet sich durch die Freiheit aus, sein Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten. Als Maxime gilt laut Leinkauf: „Du kannst alles, was du willst“. Mit dieser Hinwendung zum Individuellen vollzog sich der Epochenbruch zum „dunklen Mittelalter“. Im Mittelpunkt standen nicht mehr metaphysische Spekulationen, die auf Gott und das Jenseits gerichtet waren, sondern das geistige Individuum.

Der Mensch entwirft sich selbst
Die Renaissance-Humanisten Francesco Petrarca, Pico della Mirandola, Giordano Bruno oder Michel de Montaigne erhofften sich eine optimale Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten durch die Verbindung von Wissen und Tugend.

Die humanistische Bildung sollte den Menschen befähigen, seine wahre Bestimmung zu erkennen und durch die Nachahmung klassischer Vorbilder ein ideales Menschentum zu verwirklichen - „als freierer und würdigerer Schöpfer und Bildner seiner selbst“. Das Individuum hat laut Pico della Mirandola die Wahl, seine triebhafte Animalität auszuleben oder sich zu einem göttlichen Wesen emporzuheben.

 

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Quelle: science.orf.at_ Nikolaus Halmer, Ö1-Wissenschaft